DMSO

DMSO hilft gegen fast alles!

DMSO dringt durch Zellwände der Haut, aber auch anderer Organe und kann damit als Trägersubstanz, bzw. Transportmittel, für eine ganze Reihe von Arzneimitteln verwendet werden, um diese in das Zellinnere zu schleusen. Hier begünstigt es ihre Aufnahme und Wirkung, ohne dass man auf höhere Mengen der Arzneistoffe zugreifen müsste. Gerade in akuten (Not-)Situationen, macht die Kombination mit DMSO Sinn, denn eine geringere Menge an z. B. Antirheumatika oder Chemotherapeutika reduziert natürlich auch das Risiko von Nebenwirkungen.

Doch DMSO ist nicht nur Trägersubstanz, es verfügt auch selbst über eigene pharmakologische Wirkungen, wobei diese zum Großteil wohl seinem Abbauprodukt MSM (Methylsulfonylmethan) geschuldet sind. Weil es nun einerseits Wirkstoffe in die Zelle einbringt und andererseits selbst Wirkungen aufweist, kann und wird DMSO bei einer Vielzahl von Indikationen angewendet.

Da sind zum einen seine antiphlogistischen, schmerzlindernden und abschwellenden Eigenschaften, aufgrund derer es vielfach zur perkutanen Behandlung lokaler Schmerzzustände, Schwellungen, Verstauchungen und Entzündungen bei und nach Sportverletzungen oder rheumatischen Beschwerden verwendet wird. Bei Schleimbeutelentzündungen, Arthrose und Arthritis, die mit starken Schmerzen und Schwellungen einhergehen, kann mit DMSO eine schnelle Besserung erreicht werden. Selbst bei Morbus Sudeck oder Taubheit in den Fußsohlen bei Polyneuropathie konnten positive Ergebnisse erreicht werden.

Der Wirkmechanismus von DMSO ist bis heute allerdings nicht genau geklärt. Es wird angenommen, dass seine entzündungshemmende Wirkung auf eine Inaktivierung bestimmter Radikale, die bevorzugt bei Entzündungen gebildet werden, zurückzuführen ist.

Neben diesen eigenen Wirkungen, soll nicht vergessen werden, dass DMSO als Trägersubstanz Medikamente in die Zellen einbringen kann, wo sie dann ihre Wirkung entfalten. So konnte eine Kombination mit DMSO bei Warzen bessere Ergebnisse erzielen, als die Gabe von 5-Fluoruracil allein.

In der Kombination mit Heparin, verstärkt DMSO das Eindringen von Heparin ins Unterhautgewebe. Damit können stumpfe Verletzungen und Blutergüsse schneller abheilen, denn Heparin wirkt der Blutgerinnung entgegen und verbessert auf diese Weise die Rückbildung von Blutergüssen. Es ist einer der Gründe, warum Sportsalben und -gele, die DMSO enthalten, so beliebt sind bei Sportlern.

Aber: Nebenwirkung nicht nur für Vampire

Die Therapie mit DMSO gilt als unkompliziert, sowohl äußerlich in Form von Cremes oder Salben oder innerlich durch Spritzen oder durch orale Einnahme von Tropfen. Und es wäre zu schön, könnte ich nun auch berichten, dass es keine Nebenwirkungen gibt. Aber die gibt es, und eine der wohl bekanntesten ist der knoblauchartige Geschmack und ein nach Knoblauch riechender Atem, selbst kurze Zeit nach Auftragen auf die Haut. Aber das beweist ja, wie schnell DMSO die Hautbarriere überwindet und selbst oder zusammen mit einer beigefügten Substanz an den Ort des Geschehen gelangt.

DMSO ist kein Wundermittel. Es ist seine besondere Wirkweise, die es auszeichnet: seine Trägerfunktion für andere Medikamente und seine „türöffnende“ Wirkung, für sich selbst und für seine mitgebrachten Arzneien. Diese Doppeleigenschaft Hilfsmittel und Wirkstoff gleichermaßen, machen DMSO zu einer faszinierenden Substanz, mit vielen Möglichkeiten in der Medizin.

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Claudia Neumann

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