Glückshormone – gibt es die?

Was sind Glückshormone?

Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es keine Glückshormone – das ist eine populärwissenschaftliche Bezeichnung für Botenstoffe im Körper, die für die Kommunikation der Körperzellen untereinander verantwortlich sind und zur Entspannung, Schmerzlinderung und Konzentrationssteigerung beitragen. Sie werden auch als endogene, d. h. körpereigene Drogen bezeichnet. Es gibt keine offiziellen Studien, die beweisen würden, dass ein bestimmtes Level oder eine bestimmte Kombination der sogenannten Glückshormone für Glück oder Glücksempfinden verantwortlich wären. Feststeht aber, dass alle so bezeichneten Hormone und Neurotransmitter Einfluss auf das Wohlbefinden haben.

Serotonin, Dopamin & Co.

Zu den am häufigsten als Glückshormonen bezeichneten Botenstoffen gehören:

Serotonin: 
Beeinflusst das Schmerzempfinden und den Schlafrhythmus (mit seinem „Gegenspieler“ Melatonin);

Dopamin: 
Fördert Motivation und Antrieb, hohe Dopaminausschüttung wird als positive Anspannung wahrgenommen bis hin zu einem „Dopaminrausch“ im Freudentaumel

Noradrenalin: 
Wird bei Stress im Körper ausgeschüttet, sorgt dafür, dass man wieder wachsam und konzentriert wird

Oxytocin: 
Spielt eine zentrale Rolle bei der Ausbildung zwischenmenschlicher Beziehungen, fördert Empathie und Vertrauen, wird etwa beim Stillen und beim Orgasmus ausgeschüttet

Endorphine: 
Werden bei Verletzungen und in stressigen Situationen ausgeschüttet, wirken stress- und schmerzlindernd

Phenethylamin: 
Wird auch als „Lusthormon“ bezeichnet, löst Bauchkribbeln aus.  Es ist ein Alkaloid und neben dem Theobromin einer der Hauptwirkstoffe von Schokolade.

Vorsicht bei Glücksversprechen

In Ratgebern und im Internet finden sich unzählige Tipps dazu, wie sich die Glückshormonproduktion (wieder) ankurbeln und schlechte Stimmung vertreiben lässt: Schokolade essen, an die frische Luft gehen, Berührungen (Umarmungen wie auch Massagen). So wichtig es auch ist, sich um sich selbst zu kümmern: Wenn man sich unglücklich fühlt, etwa in Situationen, in denen man davon ausgehen würde, dass es einem eigentlich gut gehen sollte (wie das vielfach zitierte Mutterglück), reicht es in der Regel nicht aus, einfach etwas mehr Süßes zu essen oder an die frische Luft zu gehen.

Professionelle Beratung und Hilfe kann dabei helfen, den Ursachen auf den Grund zu gehen und die Stimmung wieder zu heben.

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Claudia Neumann

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