Die Linde und ihre starke Heilkraft

Die Linde ist mit der Eiche einer der wichtigsten Bäume unserer Kulturgeschichte. Jahrhundertelang stand auf jedem Dorfplatz eine Dorflinde als Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens. Dort wurde gefeiert, geheiratet, aber auch Gericht gehalten. Auch heute noch wächst die Linde bevorzugt dort, wo sich Menschen gerne aufhalten, und wird oft an Straßen und Alleen angepflanzt.

Linde – ein Überblick

  • Linde steht etymologisch im Kontext von „lindern“, „linda“ bedeutet althochdeutsch mild / weich, und auch die Linde wurde als besänftigend assoziiert.
  • Linden werden sehr alt, bisweilen bis zu 1.000 Jahre, und sind so Baumdenkmäler. Das Geheimnis des langen Lebens liegt in ihren Innenwurzeln, die aus dem alten Stamm wachsen und eine neue Krone bilden, während der „Urbaum“ stirbt.
  • Weltweit gibt es rund 50 Lindenarten, in Deutschland die Sommerlinde (Tilia platyphyllos), Winterlinde (Tilia cordata) und Silberlinde (Tilia tomentosa). Hinzu kommen Hybriden wie die Holländische Linde (Tilia x vulga), eine Mischform aus Sommer- und Winterlinde.
  • Ein einziger Lindenbaum bietet bis zu 60.000 Blüten. Linden sind deshalb exzellente Insektenweiden.

Die Linde als Heilpflanze 

Lindenblütentee – ein echter Klassiker 

In erster Linie werden die in Trugdolden hängenden gelben Blüten verwendet, die zwischen Juni und Juli ihren intensiven Duft verbreiten. Die Wirkung der Blüten als Tee ist bekannt: Aufgrund der enthaltenen Schleimstoffe sind sie hustenreizstillend und „lindern“ Halsschmerzen. Andere Inhaltsstoffe wie die Glykoside sorgen für die krampflösende, schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung der Blüten. Dadurch helfen sie bei fieberhaften Erkältungen und Bronchialkatarrhen und dienen als Begleitbehandlung bei Rheuma, Nierenleiden und Ischiasbeschwerden. Darüber hinaus besitzt der Tee eine stark beruhigende Wirkung und ist sogar gegen Migräne wirksam. Zum besseren Einschlafen empfiehlt sich allerdings ein Bad mit Lindenblüten. Die anderen Inhaltsstoffe geben den Lindenblüten eine krampflösende, schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung.

Umschläge mit Lindenblütentee dienen der Wundheilung und sollen gegen Furunkel, Abszesse, unreine Haut und Hautausschlag helfen. Auszüge aus abgekochten Lindenblättern werden zudem gegen chronische, nässende und juckende Ekzeme eingesetzt.

Warmer Lindenblütentee eignet sich außerdem zum Gurgeln bei Entzündungen im Mund und Rachenraum.

Tee aus Lindensplint ist ein Mittel, um zu entwässern, hilft demnach gegen Ödeme und treibt den Harn, weswegen ihn auch Menschen einnehmen, die an Nierensteinen beziehungsweise Nierengrieß leiden.

Lindenblütentee kann auch gegen Krämpfe während der Menstruation eingesetzt werden.

Anwendung als Bad

Ein Bad mit einem Sud aus einem Liter kochendem Wasser und rund zwei Handvoll Lindenblüten ist ein Hausmittel gegen nervlich bedingte Schmerzen, Nervosität, Stress, innere Unruhe und depressive Stimmungen.

Gesichtswasser

Ein Gesichtswasser aus lauwarmem Lindenblütentee soll die Haut glätten und zu einem frischen Teint verhelfen. Dazu bereiten Sie den Tee wie weiter oben beschrieben zu.

Am besten wenden Sie das Gesichtswasser morgens und abends an. Nach der Vorreinigung der Haut fahren Sie mit einem Wattepad, getränkt mit Lindenblütentee, vorsichtig kreisend über das Gesicht. Danach einfach trocknen lassen und die Haut wie gewohnt pflegen.

Welche Teile der Linde sind essbar?

Junge Blätter der Sommer- wie Winterlinde lassen sich Salaten zugeben. Sie schmecken mild und sind reich an gesunden Phytoproteinen, Mineralien und Chlorophyll. Die Blüten können Sie essen, besonders beliebt sind sie, um mit ihnen Honig zu verfeinern. Dafür müssen Sie nur eine Tasse der Blüten mit einem Glas Honig vermischen und beides über Nacht ziehen lassen.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Lindenblütentee soll zwar gegen rheumatische Beschwerden helfen, doch Menschen, die daran leiden, sollten mit ihrem Arzt / ihrer Ärztin besprechen, ob sie diesen Tee konsumieren dürfen. Sie sollten Lindenblüten nicht einnehmen, wenn Sie überempfindlich auf bestimmte Inhaltsstoffe reagieren. Das können Schleimstoffe sein, aber auch Flavonoide und Gerbstoffe, ätherische Öle und Phytohormone.

About the author

Claudia Neumann

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.